Karl Johann Alfanz

1895-1966

 

Karl Johann Alfanz wurde am 23. Jänner 1895 als ehelicher Sohn des Fabriksarbeiters Karl Alfanz und seiner Frau Maria Anna, geborene Minažik, in Payerbach, Stadtteil Schmidsdorf, geboren. Als Nicht-Gedienter wurde er 1915 zum Landsturm eingezogen und dem Feldjäger Baon Nr. 21 zugewiesen. Ldst-Jäger Karl Alfanz wurde insgesamt dreimal verwundet, ein Durchschuss des rechten Unterschenkels, ein Lungendurchschuss und ein Durchschuss des linken Oberschenkels, und erwarb sich im Zuge eines Sturmangriffes während der 10. Isonzoschlacht die Goldene Tapferkeitsmedaille. Als er im Laufe des Jahres 1936 von der Leitung des Rings der Goldenen Tapferkeitsmedaille aufgefordert wurde eine Beschreibung der Tat, die zur Verleihung der Goldenen Tapferkeitsmedaille geführt hat, abzugeben, übersandte er eine Abschrift der Eingabe seiner Einheit:

Der Ldst-Jäger Karl Alfanz wurde anlässlich des Sturmangriffes am 5. Juni 1917 während der 10. Isonzoschlacht vor Mediaza und Jamiano unter Kommando des Herrn Leutnant Schaufler mit noch 12 Kameraden als linke Flankendeckung ausgesandt. Nach einstündigen Vorgehens kam er bald aus dem Gesichtskreis seiner Kameraden welche zum Teil verwundet oder gefallen waren. In treuer Erfüllung seiner Soldatenpflicht stürmte er ein italienisches Maschinengewehr, welches ununterbrochen unsere Reserven beschoss. Er arbeitete sich, das fürchterliche Gewehr- und Artilleriefeuer nicht achtend, ziemlich nahe an das Maschinengewehr heran und bewarf es mit gut gezielten Handgranaten, so dass er bald die feindliche Abteilung, einige Offiziere und 6 Mann, als Gefangene in unsere Stellung zurück jagen konnte.

Bald darauf wurde er von einer feindlichen Kugel getroffen, welche ihm den rechten Unterschenkel durchschoss, so dass er weder vor- noch rückwärts konnte. So blieb er von 7h früh bis ½ 10h abends unter den heftigsten Schmerzen in dem fürchterlichen Artilleriefeuer beim erbeuteten Maschinengewehr. Erst um 10h abends, als das Feuer etwas nachlies, konnte er sich nach dem das Maschinengewehr in Sicherheit war auf dem Hilfsplatz begeben. Alfanz war 3 mal im Felde, 3 mal verwundet davon 1 mal schwer.“

Karl Alfanz wurde für diese tapfere Tat mit Baonsbefehl 124/1917 vom 28. Juni 1917 mit der Goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Die amtliche Publikation im Verordnungsblatt erfolgt am 30.1.1918. Aufgrund seiner Verwundung wurde er letztlich bis nach Wien ins Hospital transportiert wo ihm, durch die ihn betreuende Rekonvaliszentenabteilung des Inf. Rgt. Nr.4 am 23. Juli 1917 die Goldene Tapferkeitsmedaille ausgehändigt wurde. Karl Alfanz wurde noch zum Ldst-Unterjäger befördert und mit dem Karl-Truppen-Kreuz sowie der Verwundetenmedaille mit drei Bandstreifen ausgezeichnet, kam aber nicht mehr in den Fronteinsatz.

Nach dem Krieg lies er sich in Niklasdorf bei Leoben nieder, heiratete und gründete eine Familie. Ab dem 6. Dezember 1918 erhielt er eine Stelle in einer Papierfabrik, wo er sich im Laufe der Jahre bis zum Werkmeister hoch arbeitete. Laut eigenen Angaben war er niemals arbeitslos, eher selten in den schwierigen Zeiten zwischen den Weltkriegen. Nachdem Österreich durch den Einmarsch der Deutschen Wehrmacht zu einem Teil Großdeutschlands geworden war, wurde er, im Gegensatz zu vielen anderen Trägern der Goldenen Tapferkeitsmedaille, nicht ehrenhalber zum Leutant a.D. befördert. Karl Johann Alfanz, der am 1. Mai 1939 aus der röm.kath. Kirche ausgetreten ist, verstarb am 12. Februar 1966 im Spital in Bruck an der Mur.

© Jörg C. Steiner, Wien

 

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